Gebirgsschützenkompanie Endorf/Chiemgau

Die Gebirgsschützenkompanie
Endorf hat 66 aktive
und 135 passive Mitglieder

 

Geschichte der Gebirgsschützenkompanie Endorf


E-Mail: info@gebirgsschuetzenkompanie.de

Seit 1439 ist die Heimatverteidigung bei uns bekannt.

1504 bestanden die Landaufgebote des Chiemgaues die erste Bewährungsprobe. Hanns von Pinzenau, Schlossherr des im Markt Endorf gelegenen Schlosses Hartmannsberg wurde mit seinen Gefolgsleuten enthauptet, weil sie mit 27 Schützen die Bayerische Festung Kufstein sieben Wochen gegen das viel tausend Mann starke Heer von Kaiser Maximilian I verteidigten.

1596 bei Einführung der Landesmusterung mussten unsere Schützen zur Schießübung nach Wasserburg.

1602 waren dann 90 Mann Landfahnen eingekleidet im Gericht Aschau, Hofmark Söllhuben und Wildenwart zu dem wir gehörten.

1607 gab es die erste Schießordnung in unserer Herrschaft. Unsere Schützen mussten im Jahr acht mal an Sonntagen nachdem sie die hl. Messe besucht hatten an Schießübungen teilnehmen.

1633 im Dreißigjährigen Krieg waren die Schützen und Bauern unter der Führung des Abtes von Seeon am Inn postiert und sperrten die †bergänge. Genau so 1646.

1675 Einsatz gegen einfallende Tiroler.

1688 Bereitschaft der Landfahnen an der Grenze.

1703 Postierung bei Hainpach im Priental zur Grenzwacht.

1704 wurden die Endorfer Christian Schauer (Bauer auf dem Gartenschmidgut und Simon Pierer aus Hofham bei der Verteidigung von Hohenaschau getötet.

1705 kam es dann am 23. November zur Erhebung von 3000 Schützen und Bauern gegen die kaiserliche österreichische Besatzung am Magdalenenberg bei Wasserburg. Viele kamen um.

1743 - 1744 nahmen die Landfahnen an der Befreiung von Rosenheim und Reichenhall teil.

1745 kam dann der Friede in`s Land.1789 beschwerten sich die Nachbarorte darüber, dass die Endorfer Schützen bei aufziehenden Gewittern so heftig schossen, dass die Hagelgewitter über die Nachbarorte losbreche.

1800 zeigen Motivtafeln in Gattern und Antwort, dass die Bürger  beim Franzoseneinfall in Todesgefahr waren und die Schützen oft genug aufpassen mussten.

1809 Einsatz der Gebirgsschützen der Herrschaft Wildenwart bei Sachrang.

1810 mussten zwei Schützen aus Antwort (Markt Endorf) 1 Gulden 45 Kreuzer Strafgebühr zahlen, wegen Nichtteilnahme am Gebirgsschützenschießen.

1848 am 3. September in Mauerkirchen und am 8. Oktober in Endorf waren bei zwei Gebirgsschützenvortelschießen 28 und 33 Schützen vertreten.

1851 nach der Trennung von Mauerkirchen von der Hauptmannschaft Endorf sollte eine eigene GSK in Mauerkirchen aufgestellt werden mit 80 Mann bzw. bei einem 2. Vorschlag mit 114 Mann. Es kam aber nicht dazu.

1851 bis 1853 die Gebirgsschützenvortelschießen wurden fortgesetzt wie die bei unserer Kompanie befindlichen Bücher aufweisen.

1869 offizielle Auflösung der Gebirgsschützenkompanien durch den König. Diese bestehen aber teilweise freiwillig weiter. Bei einem Vortrag in Bad Reichenhall sagte der Bürgermeister und Heimatforscher von Miesbach Gerd Maier, dass sich die Endorfer Kompanie im Chiemgau als letzte aufgelöst hat.

1919 wurde Endorf Fahnenbezirk der Einwohnerwehr. Viele Teilnehmer zogen am 21. September mit der weißblauen Armbinde zur Schießstatt in Endorf und zur Fahnenweihe. Diese Fahne wird heute von uns bei besonderen Anlässen mitgeführt.

1921 Wurde diese Fahne erneuert.

1933 – 1945 wurden im Dritten Reich auch die Schützenkompanien verboten. Die Fahne wurde aber nicht wie gefordert abgeliefert, sondern vom Vater des späteren Oberleutnants Franz Feil unter dem Zimmerboden versteckt.

1980 Nach jahrelangen Vorarbeiten durch Hans Doll wurde die Gebirgsschützenkompanie Endorf/Chiemgau am 12. September wiedergegründet. Hans Doll wurde Hauptmann.

1982 wurde vom 15. bis 25. Juli mit einem großen Fest die Wiedergründung gefeiert. Am Festsonntag dem 18. Juli säumten 30000 Zuschauer die Straßen von Bad Endorf als 127 Schützenkompanien aus Bayern und Tirol mit 3500 Schützen zur Festmesse zogen. 800 Tiroler Schützen waren bereits am Vortag zum Festabend gekommen und wurden von den Bürgern privat und kostenlos untergebracht. Dabei war auch die Schützenkompanie ãAndreas HoferÒ Meran.

1983 am 23. Oktober Verschwisterung und gemeinsame Wallfahrt mit der Schützenkompanie "Andreas Hofe" Meran. Nach einigen Treffen der Hauptmannschaften aus Meran und Bad Endorf, kam es im Wallfahrtsort Maria Weisenstein zum Partnerschaftstreffen. Die Hl. Messe zelebrierte H.H. Pfarrer Weiß aus Verdins. In seiner Predigt ermahnte er die beiden Schützenkompanien diese Partnerschaft aufrecht zu erhalten. Danach weihte er eine von den Endorfern mitgebrachte Votivbild, die dann im Kircheneingang aufgehängt wurde. Beim Mittagessen in Deutschnofen wurden nach den Reden der beiden Hauptmänner Luis Müller und Hans Doll Urkunden ausgetauscht. Darin bekunden beide Kompanien diesen Bund für immer zu erhalten und zu pflegen, sowie die Tradition und Ideale des Schützenwesens hochzuhalten. Weitere schöne Treffen der beiden Kompanien -die immer ein beeindruckendes Erlebnis waren- folgten.

1984 bis 2002 Ausrückungen der Kompanie wie zum Beispiel als Begleitung der Äbtissin vom Chiemsee, als einzige Schützenkompanie beim größten Umzug seit 350 Jahren in Salzburg, angeführt vom Primas von Irland, Kardinal König und Erzbischof Berg, mit den Reliquien des Hl. Virgil und Rupertus durch Salzburg zum Dom mit anschließender Feier in der Residenz, oder Besuch und Ehrensalut beim Bundeskanzler und viele weitere große Erlebnisse können hier nicht niedergeschrieben werden, weil sie den Rahmen dieses Berichtes sprengen würden.

 

Hier nur die jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen oder Feiern die von der Gebirgsschützenkompanie Endorf/Chiemgau durchgeführt werden:

Alpenländiche Maiandacht am letzten Freitag im Mai in der Kirche Thalkirchen Markt Bad Endorf.

Fronleichnam Begleitung des Allerheiligsten in der Kuratie Stephanskirchen und der Pfarrei Bad Endorf.

Irmengardfest am Sonntag der dem 15. Juli am nächsten ist holt die Kompanie als Schutzkompanie des Klosters auf Frauenwörth den Zelebranten (Bischof oder Kardinal) mit dem Schiff in Gstadt ab und begleitet ihn auf die Fraueninsel. Dort geleitet die Kompanie den Konvent der Benediktinerinnen und die geistlichen Würdenträger zum Münster zur Festmesse der Seligen Irmengard, der Patronin des Chiemgaues und  anschließend über die Insel wieder zurück zum Kloster. Nach einer Ansprache des Hauptmannes wird ein zweifacher Salut geschossen.

Antworter Kirta (Kirchweih) am 15. August bei der die Kompanie ein großes Zelt aufstellt und die weltliche Feier ausrichtet.

Jahrtag auf der Dalsenalm. Bergmesse mit Kompanie-Kapuziner Pater Manuel am ersten Sonntag im September.

Bayrisch-Trolische Wallfahrt zur …lbergkapelle in Sachrang mit den Kompanien Niederndorf (Tirol), Ebbs (Tirol), Schwoich (Tirol), Lana (Tirol), Aschau (Bayern), Rosenheim (Bayern) und Endorf/Chiemgau (Bayern). Dazu kommen noch weitere Kompanien die unregelmäßig teilnehmen am 3. Sonntag im September. (Nur Teilnahme, Organisation liegt beim Müllner Peter Verein).

Totensonntag in Antwort und Bad Endorf im November.

Totengedenken der im Jahr 1705 am Magdalenenberg gefallenen Schützen. Zusammen mit den Kompanien Hofmark Söllhuben und Rosenheim gestaltet die Kompanie Endorf in Wasserburg am Freitag der dem 23. November am nächsten ist, am Abend eine würdige Gedenkfeier.

Adventsingen mit mehreren Musik- und Gesangsgruppen in Stephanskirchen am 4. Adventsonntag.

Außerdem noch Ausrückungen in Bayern und Tirol nördlich und südlich des Brenners bei verschiedenen Gegebenheiten.

 Bad Endorf, den 10.11.2001

Hans Doll
Hauptmann

 

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